Allegra!
Als Ausgleich zum beruflichen Alltag beschäftige ich mich gerne mit Eisenbahnen, im Original wie auch in verkleinerter Form. Auch wenn es kein prestigeträchtiges Hobby ist, finde ich es äusserst reizvoll, seine eigene kleine Welt zu bauen und dabei als Planer, Ingenieur, Landschaftsgestalter, Bauhandwerker, Elektriker, Maler später aber auch als Bähnler zu wirken. Für mich gehört zudem die Auseinandersetzung mit dem Vorbild dazu, Besuche vor Ort wie auch Zeitschriften und Bücher zum Thema scheinen mir unerlässlich, um eine realistische, überzeugende Modellbahn zu bauen und betreiben.

In den vergangenen Jahrzehnten brachte die Firma BEMO sehr schöne Modelle von Schmalspur-Fahrzeugen in Grossserie im Massstab 1:87 auf den Markt, die den bekannten Normalspur-Modellen ebenbürtig sind, auch in preislicher Hinsicht. Erhältlich ist insbesondere ein grosses Sortiment von Fahrzeugen der Rhätischen Bahn RhB. Weitere Hersteller runden mit kleineren Serien das Angebot ab.
Schmalspur-Themen bieten zahlreiche Vorteile, u.a. vorbildgerechte kurze Züge, wenig Rollmaterial, kleine Bahnhöfe und enge Kurven, zudem verkehren sie oft in landschaftlich reizvollen Gegenden.

Ursprünglich plante ich, inspiriert von zahlreichen hervorragenden Anlagen wie dem Albulamodell von Tom, Uelis Albula- und Berninabahn oder Roberts Modellbahnnträumen, eine U-förmige Anlage in Segmenten an der Wand entlang. Nach einiger Zeit musste ich jedoch feststellen, dass mir eine solche Anlage zu gross und zu aufwändig wird.
Die Lösung wurde mir mit den BEMO-Messeanlagen "Pregün" und vor allem "Cavaglia", beide erbaut von Stephan Kraus, www.modellbau-smk.de, vor Augen geführt: Eine L-förmige, in der Mitte des Raumes stehende Anlage mit einer offenen Kehre ist nicht zu gross, kann sehr schön und glaubwürdig gestaltet werden und bietet auch genügend Fahrstrecke und Abwechslung. Erforderlich ist ein sog. "scenic divider", sei es ein Hügel oder eine Hintergrundkulisse, womit der Blick auf die "Rückseite" und damit die ovale Streckenführung verdeckt wird. Durch glückliche Umstände konnte ich die Anlage "Cavaglia" mehrmals ausführlich und in Ruhe besichtigen.
BEMO-Messeanlage "Cavaglia", aufgenommen an einer Ausstellung
Mein Vorbild
Mir gefällt schon seit Kindheitstagen das Engadin. Die Bahnstrecke ins Unterengadin, die in Bever von der Albula-Linie abzweigt und nach Scuol führt, ist zwar kein UNESCO Welterbe wie die Albulastrecke und die Berninabahn, dennoch landschaftlich reizvoll und betrieblich interessant: Seit je verkehren hier Personen- wie auch Güterzüge.
Mit der Eröffnung des Vereina-Tunnels im November 1999 kamen zu den stündlichen Engadiner Pendelzügen (Scuol-Samedan-Pontresina oder St. Moritz) die Autozüge Selfranga bei Klosters-Sagliains und die RE (Disentis-Chur-) Landquart-Klosters-Scuol hinzu. Der Abzweig aus dem Vereina-Tunnel Richtung Oberengadin, der Sasslatsch II-Tunnel, wird von Güterzügen wie auch dem EngadinStar und den mehrmals täglich verkehrenden RE Landquart-Klosters-Zernez-Samedan-St. Moritz befahren. Ferner gab und gibt es immer wieder Extrafahrten (z.B. der Salonwagen und der in Samedan stationierten historischen Loks) und Dienstzüge, ja sogar öffentliche Dampffahrten. Alle Stammnetz-Lokomotiven sind zugelassen, so dass (mit etwas Glück) alle im regulären Dienst eingesetzten Typen anzutreffen sind.
Die meisten Bahnhöfe mit ihren hübschen, an die Bauweise der Engadiner Bauernhäuser angelehnten Gebäuden, haben Kreuzungslängen von rund 200 m, was im Modell rund 230 cm ergibt. Auch eine Verkürzung, "selective compression" liegt drin, ohne dass dies besonders negativ ins Auge sticht.
 
Mein Vorhaben
Nach Verlassen des Schattenbahnhofs (Fiddle yard, oben links auf der Skizze) tritt ein Zug auf seiner Reise Inn-abwärts aus dem Röven-Tunnel erstmals in Erscheinung, wendet sich ostwärts ins Val dal Spöl und überquert in einer grossen offenen Schlaufe mit 2,5 % Gefälle den gleichnamigen Fluss. Es folgt die Einmündung des sog. Deponiegleises das dem Ablad von altem Schotter dient, bevor nach einer 90° Rechtskurve und der Unterquerung der Kantonsstrasse der Bahnhof Zernez - betrieblicher Mittelpunkt meiner Anlage - erreicht wird.
Von Zernez abwärts führt die Strecke an einem typischen Wärterhaus vorbei (ich habe dasjenige von Crastatscha Suot nachgebaut) gefolgt von einem kleinen Wegübergang. Danach verschwindet der Zug im Sassella-Tunnel mitsamt anschliessender Galerie und der davor verlaufenden Strassengalerie und wendet dabei um 180°. Auf der Rückseite meiner Anlage geht die Fahrt weiter zum Abzweig Sasslatsch. Während die Züge Richtung "Klosters" mit der Einfahrt in den Sasslatsch II-(Vereina-)Tunnel aus dem Blick des Betrachters verschwinden, erreichen die Züge Richtung "Scuol" kurz nach dem Sasslatsch I-Tunnel den Bahnhof Lavin. Die Strecke in mein Unterengadin endet in einem weiteren Tunnel - vorbildgerecht wäre der Gonda-Tunnel. Dieser Tunnel hängt mit dem Röven-Tunnel zusammen, so dass die Strecke einen Rundkurs bildet. Innerhalb dieses Tunnels mündet die Strecke vom Sasslatsch II-Tunnel (der einen weiteren kleinen Schattenbahnnof enthält) sowie der Schattenbahnhof/Fiddle yard ein.

Gegliedert nach Motiv sind auf den folgenden Seiten Bauberichte, Angaben zur Vorbildsituation und Fotos aus meinem Modellbahn-Keller zu finden. Auch frühere Arbeiten werden hier noch vorgestellt. Um die Orientierung über Neuerungen zu erleichtern wird das Datum der letzten Aktualisierung aufgeführt.
Bun viadi!

 

Segment:
Aktualisiert:
Rückblick Arosa Bahn
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Im Val dal Spöl
04.08.2011
Bahnhof Zernez
04.08.2010
Sassella
04.08.2010
Sasslatsch
-
Lavin Staziun
21.10.2010